Wirtschaftsenglisch

Wirtschaftsenglisch und moderne Fremdsprachen

Im Rahmen des schulischen Bildungsauftrags, in dessen Zentrum die Neuorientierung und Erweiterung des Fremdsprachenangebots im Hinblick auf die Stärkung der Kommunikationsfähigkeit und die Einbeziehung berufsorientierter fremdsprachlicher Kompetenzen steht, hat das Mariengymnasium Arnsberg seit 2008 das Fach Wirtschaftsenglisch in den Fremdsprachenunterricht eingebunden und mit außerschulischen Partnern, vornehmlich der Industrie- und Handelskammer Arnsberg Hellweg-Sauerland, kooperiert.


Im Jahrgang 8 haben die Schüler/innen im Wahlpflichtbereich II die Möglichkeit, das Fach Wirtschaftsenglisch zu wählen (3 Unterrichtsstunden pro Woche) und die Prüfung Zusatzqualifikation berufsorientierte Fremdsprache für Schüler allgemein bildender Schulen – Englisch Sekundarstufe I im 9. Schuljahr an der IHK abzulegen. Ziel ist es dabei, Kommunikationsformen, die später in ähnlicher Weise im Beruf verwendet werden, in simulierten, wirtschaftlich relevanten Situationen einzuüben und anzuwenden. Verwendungssituation kann z. B. der Bewerbungsprozess für ein Auslands- praktikum oder Auslandsaufenthalt von der ersten Kontaktaufnahme per Geschäftsbrief oder E-Mail über ein Telefonat bis zu einem Bewerbungsgespräch und einer Präsentation sein. In diesem Zusammenhang erwerben Schüler/innen grundlegende betriebswirtschaftliche Kenntnisse und Einblicke in die Arbeitswelt und stärken ihre interkulturellen Kompetenzen. Die sprachlich-kommunikativen Anforderungen für die Prüfung Zusatzqualifikation berufsorientierte Fremdsprache Sek. I (IHK) entsprechen der Stufe B1 mit Anteilen von B2 im Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (competent user). Die Beliebtheit des praxisorientierten Englisch bei den Schülern lässt sich daran ablesen, dass zwei Differenzierungskurse Wirtschaftsenglisch in jedem Schuljahr am Mariengymnasium zustande kommen.


In der gymnasialen Oberstufe bietet das Mariengymnasium seit 2010 in einem Grundkurs Wirtschaftsenglisch die Ausbildung zur/zum Fremdsprachenkorrespondentin/en mit mündlicher und schriftlicher Abschlussprüfung an der IHK an. Bei Bestehen der Prüfung erreichen die Teilnehmer eine Sprachkompetenz auf der Niveaustufe C1 des Common European Framework (CEF) des Europarates (independent user). Die Schüler lernen in typischen Handlungs- bzw. Kommunikationssituationen von Unternehmen unter Nutzung der Fremdsprache oder der Sprachmittlung kompetent zu agieren. Sie stellen in der Fremdsprache Anfragen, bieten Leistungen an, erteilen Aufträge, bearbeiten Zahlungen sowie Störungen geschäftlicher Transaktionen und erschließen Absatzmärkte. Zur Bewältigung dieser Kommunikationsfelder erwerben die Schüler/innen Grundkenntnisse über die Zielländer, ihre aktuellen politischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten, ihre Unternehmensformen und –organisation, ihre Zahlungsmittel, ihre Bankenstruktur und ihre Absatzeinrichtungen. Betriebsbesuche und –erkundungen in englischer Sprache veranschaulichen hierbei die theoretisch erworbenen Kenntnisse.


Um das Fach Wirtschaftsenglisch in der Oberstufe bei einer Verkürzung der gymnasialen Schulzeit und damit einhergehenden Erhöhung der Wochenstundenzahlen nicht außerhalb des vorgesehenen Stundenrahmens anzubieten, werden in der Qualifikationsphase I (Q1) seit dem Schuljahr 2015/16 drei Wochenstunden des Wirtschaftsenglischkurses als Projektkurs und in der Einführungsphase (EF) und der Qualifikationsphase II zwei Wochenstunden als Vertiefungskurs Englisch erteilt.


Der Projektkurs hat den Schwerpunkt Unternehmensgründung und –führung (Entrepreneurship). Die Leistungsbewertung folgt den Vorgaben für Projektkurse in der APO-GOSt, und die Schüler/innen können ihre Leistungsnachweise in die erforderliche Stundenzahl für die Abiturprüfung einfließen lassen. Um die Schüler/innen bei ihrer Unternehmensgründung praxisorientiert zu unterstützen, nutzt der Projektkurs den Mentorenservice der IHK, der in dem landesweiten Projekt Schule macht Wirtschaft@School verankert ist. Hierbei beraten gestandene Unternehmer und Finanzexperten die Schüler/innen bei ihren Geschäftsideen.


Zwei Wochenstunden des Fachs Wirtschaftsenglisch in der EF und der Q2 werden seit dem Schuljahr 2016/17 als Vertiefungsfach Englisch mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsenglisch angerechnet und mit den entsprechenden Leistungsnachweisen auf dem Zeugnis der Schüler/innen vermerkt. Die schulische Anrechnung des Vertiefungskurses hat die Genehmigung durch Genehmigung der Bezirksregierung erhalten.


Für die Zukunft ist geplant, die Kooperation zwischen dem Fachbereich moderne Fremdsprachen und den außerschulischen Partnern auch auf die Fächer Französisch und/oder Spanisch auszudehnen. Da Französisch als zweite Fremdsprache und Spanisch als dritte Fremdsprache zur Wahl stehen, also später als Englisch in den Schullaufbahnen der Schüler/innen auftreten, böte sich die Möglichkeit, den Abschluss Zusatzqualifikation berufsorientierte Fremdsprache Sekundarstufe II (Stufe B2 im Common European Framework) an der IHK zu erwerben. Die Aufgabe der Kooperation zwischen dem Mariengymnasium als allgemein bildende Schule und der IHK wird folglich darin bestehen, die Fremdsprachenprüfungen für weitere Sprachen zu öffnen und den Schülern eine spezielle Qualifikation, die bei der Bewerbung um Ausbildungs- und Arbeitsplätze bzw. Studienplätze relevant ist, zu ermöglichen.


Ferner kooperiert das Mariengymnasium mit der Kommende, dem Sozialinstitut des Erzbistums Paderborn, ab dem Schuljahr 2017/18 im Bereich der Wirtschaftsethik. Die Kooperation hat sich zum Ziel gesetzt, dass sich die Schülerinnen und Schüler mit sittlichen Grundorientierungen im Bereich des Wirtschaftens auseinandersetzen und auf dieser Grundlage befähigt werden, wirtschaftliche Zusammenhänge zu erkennen, kritisch zu reflektieren und Verantwortung für wirtschaftliches Handeln zu übernehmen.

Arnsberg, den 17.07.2017 – Margret Regniet 

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