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MARIENGYMNASIUM ARNSBERG
in der Trägerschaft des Erzbistums Paderborn

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Informationsabend am Mariengymnasium: Wie wir neurodivergente Kinder besser verstehen und begleiten können

  • Einleitungstext:

    Am Dienstagabend, dem 1. April 2025, lud das Mariengymnasium Arnsberg zu einem besonderen Vortrag über den Umgang mit neurodivergenten Kindern ein – einem Thema, das in Schulen, Familien und Fachkreisen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Unter dem Titel „Neurodivergente Kinder verstehen – Wege aus der Überforderung in Schulen und Familie“ zeigte die Psychologin Daniela Schmitten, wie Kinder und Jugendliche mit Autismus, ADHS, Hochsensibilität, Hochbegabung oder Lernschwierigkeiten besser begleitet und unterstützt werden können.

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Am Dienstagabend, dem 1. April 2025, lud das Mariengymnasium Arnsberg zu einem besonderen Vortrag über den Umgang mit neurodivergenten Kindern ein – einem Thema, das in Schulen, Familien und Fachkreisen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Unter dem Titel „Neurodivergente Kinder verstehen – Wege aus der Überforderung in Schulen und Familie“ zeigte die Psychologin Daniela Schmitten, wie Kinder und Jugendliche mit Autismus, ADHS, Hochsensibilität, Hochbegabung oder Lernschwierigkeiten besser begleitet und unterstützt werden können.

Eine Rückkehr an den Ursprungsort
Ein besonderer Moment gleich zu Beginn des Abends: Die Referentin Daniela Schmitten ist selbst ehemalige Schülerin des Mariengymnasiums. In ihrer Begrüßung zeigte sie sich sichtlich bewegt: „Ich freue mich sehr, heute – nach vielen Jahren – wieder an meine alte Schule zurückzukehren.“

Einblick in die Vielfalt neurodivergenter Wahrnehmung
Daniela Schmitten – Psychologin, Coachin und Autorin – nahm die Teilnehmenden mit in die vielfältige Welt der Neurodivergenz. Der Begriff beschreibt verschiedene Ausprägungen menschlicher Wahrnehmung und Informationsverarbeitung, die von der gesellschaftlich als „neurotypisch“ geltenden Norm abweichen. Dazu zählen unter anderem Autismus, ADHS, Hochsensibilität, Hochbegabung, Legasthenie, Dyskalkulie sowie Synästhesie. Schmitten betonte, dass diese besonderen Formen nicht als Defizite zu verstehen sind, sondern vielmehr Ausdruck individueller neurologischer Vielfalt darstellen. Nach aktuellen wissenschaftlichen Schätzungen weisen etwa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung neurodivergente Merkmale auf – bezogen auf den schulischen Kontext bedeutet dies: In einer Klasse mit 27 Schülerinnen und Schülern sind statistisch gesehen etwa vier bis fünf Kinder neurodivergent.

Theorie und Praxis im Dialog
In einem interaktiven Format, das Fragen und persönliche Beiträge ausdrücklich einbezog, wurden sowohl wissenschaftlich fundierte Grundlagen vermittelt als auch viele alltagspraktische Anregungen gegeben. Dabei wurde deutlich: Familien und Lehrkräfte begegnen im Alltag oft komplexen Herausforderungen, wenn es darum geht, neurodivergente Kinder individuell zu begleiten – sei es zu Hause oder im Klassenzimmer. Nicht selten fehlt es an passgenauen Strategien oder an einem gemeinsamen Verständnis, das die Zusammenarbeit erleichtert. Der Vortrag setzte genau hier an und bot hilfreiche Impulse, wie sich neue Perspektiven gewinnen und Handlungsmöglichkeiten entwickeln lassen.

Ein Abend mit nachhaltiger Wirkung
Der Abend war geprägt von regem Austausch, ehrlichen Rückfragen, vielen Aha-Momenten und einem spürbaren Interesse, die Bedürfnisse neurodivergenter Kinder besser zu verstehen und ihnen im Alltag gerechter zu werden. Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass das Thema Neurodivergenz in vielen Lebensbereichen relevant ist und alle Beteiligten – Eltern, Lehrkräfte, Fachpersonen sowie professionelle Begleiterinnen und Begleiter – von einem offenen, informierten, empathischen und professionellen Umgang profitieren.

Dank für Engagement und Inspiration
Ein herzlicher Dank gilt Daniela Schmitten für ihren wertvollen und inspirierenden Vortrag, der viele neue Impulse gegeben hat – und sicher noch lange nachwirken wird. Ebenso danken wir Lea Soraru, Schulsozialarbeiterin am Mariengymnasium, für die engagierte Organisation und Moderation dieses gelungenen Abends.




Text: Julian von Przewoski
Fotos: Jonte Müller (Klasse 10a)

Vortrag von Katrin Himmler zur „Neuen Rechten“: Die Großnichte des NS-Politikers Heinrich Himmler warnt vor Gefahren für unsere Demokratie

  • Einleitungstext:

    Katrin Himmler, die Großnichte des NS-Politikers und Führers der SS, hielt am 18. März vor den Schülerinnen und Schülern der EF und Q2 im Forum des Mariengymnasiums einen Vortrag zu den Zielen der „Neuen Rechten“ und ihren Anknüpfungspunkten zum Nationalsozialismus. Welche Ziele und Strategien haben die „Neuen Rechten“? Welche Parallelen gibt es zum frühen Nationalsozialismus? Was können wir gegen den wachsenden Einfluss der Rechten tun?

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Katrin Himmler, die Großnichte des NS-Politikers und Führers der SS, hielt am 18. März vor den Schülerinnen und Schülern der EF und Q2 im Forum des Mariengymnasiums einen Vortrag zu den Zielen der „Neuen Rechten“ und ihren Anknüpfungspunkten zum Nationalsozialismus. Welche Ziele und Strategien haben die „Neuen Rechten“? Welche Parallelen gibt es zum frühen Nationalsozialismus? Was können wir gegen den wachsenden Einfluss der Rechten tun?
Die deutsche Politikwissenschaftlerin und Autorin des Buches „Die Brüder Himmler: Eine deutsche Familiengeschichte“ berichtete fundiert von Strategien und Netzwerken der Rechten und von den Gefahren, die von rechten Extremisten ausgehen. Sie konnte aufzeigen, wie geschickt es Rechte durch TikTok und rechte Influencerinnen gelingt, Jugendliche zu beeinflussen und in den digitalen Medien präsent zu sein.

Strategien rechter Einflussnahme
Ein Schwerpunkt des Vortrags lag auf der Frage, wie rechte Gruppen gezielt junge Menschen über soziale Medien ansprechen. Häufig geschieht dies über scheinbar harmlose Inhalte, die schrittweise rechtsextreme Ideologie vermitteln. Besonders TikTok spielt dabei eine zentrale Rolle.

Verharmlosung rechter Sprache
Himmler zeigte außerdem auf, wie rechtes Vokabular zunehmend in den öffentlichen Diskurs einsickert. So kannte bis zum November 2023 kaum jemand den Begriff „Remigration“. Nach dem geheimen Treffen rechter Vordenker im Landhaus Adlon in Potsdam wurde öffentlich, dass damit die Deportation von Menschen in ihre Herkunftsländer gemeint ist. Die Enthüllungen sorgten bundesweit für Proteste. Millionen Menschen gingen auf die Straße. Der Begriff wurde zum Unwort des Jahres – und dennoch tauchte er nur wenig später auch im Sprachgebrauch demokratischer Politiker auf.

Persönliche Perspektiven
Im Anschluss an den Vortrag stellte sich Katrin Himmler den Fragen der Schülerinnen und Schüler. Dabei beantwortete sie auch sehr persönliche Fragen – etwa, wie es ist, mit dem Namen eines NS-Kriegsverbrechers aufzuwachsen. Ihre offenen und reflektierten Antworten beeindruckten das Publikum.

Ein Beitrag zur Demokratieerziehung
Dieser wichtige und interessante Vortrag wird den Schülerinnen und Schülern sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben. Er leistet einen nachhaltigen Beitrag zur politischen Bildung und zur so wichtigen Demokratieerziehung.



Text und Fotos: Jens Kirschner (Geschichtslehrer)